Der Erste Entwurf

Heute Morgen habe ich einen wichtigen Meilenstein erreicht. Der erste Entwurf des Buches ist fertig!

In den letzten Tagen habe ich bemerkt, dass ich mich etwas vor dem Ende gedrückt habe. Der Grund davor war Angst. Ich hatte Angst, mich demnächst von den Charakteren zu trennen, die mir während den letzten vier Monaten so ans Herz gewachsen waren. Es fühlt sich ein bisschen so an, als würden gute Freunde auf unbestimmte Zeit verreisen. Ohne mich. Man will nicht, dass sie gehen, doch man weiss, dass es zu ihrem Besten ist. Und weil man ein Freund ist, verdrückt man sich die Tränchen und winkt lächelnd zum Abschied.

Doch meine Freunde reisen erst mal nicht nach Australien oder sonst wohin, sondern in die Schublade. Zuvor habe ich sie ausgedruckt und mit Draht gebunden. Ich musste das Manuskript einige Male durchfächern. Es ist ein tolles Gefühl, die Arbeit endlich in der Hand zu halten. Mit dem Druck wurde das Buch real, die Dateien auf dem Computer lebendig.

Es ist schon erstaunlich, wie viele Seiten da so zusammen kommen, wenn man jeden Tag ein bisschen schreibt. Der stete Tropfen höhlt den Stein.

Stephen King rät, dass man einen ersten Entwurf sechs Wochen reifen lassen und unter keinen Umständen vorher darin stöbern soll. Man soll dadurch Abstand gewinnen und das Werk mit neuen Augen betrachten. Ich werde mich daran halten, und mich in der Zwischenzeit einer anderen Geschichte zuwenden.

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